Interview für Patientenmagazin Allergikus
In der Ausgabe 2/2025 wurde Waltraud Rehms von der Zeitschrift 'Allergikus' interviewt. Sie gibt persönliche Antworten auf interessante Fragen.
Lesen Sie hier das Interview! Sie können eine Printausgabe beim Verlag bestellen.
Sie haben selbst die Selbsthilfegruppe Atemlos gegründet - wie unterstützt die Selbsthilfe Menschen mit Asthma? Und wie sieht das konkret in Ihrer Gruppe aus?
2004 wollte ich einer Selbsthilfegruppe in Münster beitreten. Aber es gab keine. Da hat mich die Selbsthilfekontaktstelle in Münster ermutigt, selbst eine zu gründen. Da ich aber außer meiner eigenen Erfahrung wenig über Asthma wusste, habe ich mir Fachliterarur gekauft und mich in die Erkrankung eingelesen. Hinzu kamen meine eigenen und die Erfahrungen von anderen Betroffenen. Mittlerweile sind überwieged COPD-Patient*innen in der Gruppe. Die haben sehr ähnliche Symptome aber die Ursache der Krankheit ist ganz anders. Da es in der Gruppe aber in erster Linie um Lebensqualität geht (z.B. wie nehme ich meine Medikamente, mein Spray, wie kann ich atmen wenn ich Luftnot habe usw.) kann ich Menschen mit Asthma und auch COPD-Patient*innen helfen. Ich bin keine Ärztin und will den Ärzt*innen auch nicht vorgreifen. Leider sind die Patientinnen und Patienten oft so aufgeregt in der Arztpraxis, dass sie zuhause vergessen haben was der Arzt oder die Ärztin ihnen erklärt hat. Und zum Nachfragen sind sie oft zu stolz oder es ist ihnen peinlich. Wir gehen das dann alles nochmal in Ruhe durch und wenn sie hören, dass es vielen am Anfang ähnlich ging, trauen sie sich auch nochmal zu fragen.
Was sind die wichtigsten Tipps für Menschen mit Asthma?
In der Selbsthilfegruppe gebe ich oft Informationen in schriftlicher Form raus. Natürlich habe ich nicht alle Infos immer bei jedem Trefen dabei. Es kam aber oft zu Rückfragen nach alten Infozetteln. Da dachte ich mir, ich schreibe das alles mal in einem kleinen Selbsthilfebüchlein, welches sich jeder von meinerr Website runterladen und ausdrucken kann. Natürlich unentgeldlich. Ja und dieses Büchlein hat ein Verlag entdeckt. Der Verlag hat mich dann angerufen und mich gebeten ein Buch über Asthma zu schreiben.
Ich wollte nur, dass die Menschen mit Asthma eine bessere Lebensqualität haben und im Notfall wissen, was sie selbst tun können. Einen sehr wichtige Rolle dabei spielt die Atemtechnik. Jeder Lungenkranke sollte atemerleichternde Haltung und die Lippenbremse kennen. Natürlich sollte man auf jeden Fall 112 bei Luftnot anrufen, aber in den 8 - 15 Minuten, bis der Rettungswagen da ist, muss der Patient oder die Patientin wissen wie er atmen sollte und sich nicht hilflos der Situation ausgesetzt fühlen. Denn zu wissen, was ich selbst tun kann, macht auch stark.
Was möchten Sie gerne anderen Menschen mit Asthma mitgeben?
Erkrankte müssen wissen, was sie in welcher Situation tun können. Der Arzt/die Ärztin oder Notarzt/Notärztin ist sehr wichtig, aber wenn ich weiß, wie ich wieder Luft kriege, wie ich das "Notfallspray" bzw. Bedarfsspray anwenden muss, und wie schnell es wirkt, habe ich ein gutes Hilfsmittel in der Hand.
Und der Austausch mit anderen Patienten, die diese Situationen kennen und verstehen, helfen auch, sicherer im Umgang mit der Krankheit zu werden.
